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Der demographische Wandel und die Stärkung der häuslichen Versorgung führen zu kurzen Verweildauern bei Menschen, die hochaltrig und fortgeschritten pflegebedürftig in die stationären Einrichtungen der Altenhilfe einziehen. Der Gesetzgeber möchte durch ein frühzeitiges qualifiziertes Beratungsangebot betroffene Menschen und ihre Zugehörigen befähigen, für ihre letzte Lebensphase eine individuelle und selbstbestimmte gesundheitliche Versorgungsplanung in den Blick zu nehmen.
Die Integration einer gesundheitlichen Versorgungsplanung in vollstationären Pflegeeinrichtungen und der Eingliederungshilfe setzt einen Organisationsentwicklungsprozess voraus, d. h. sie muss in alle Strukturen und Prozesse eingebunden sein. Frühzeitige und regelmäßige Räume zur Verständigung und Umsetzung des Bewohnerwillens sorgen für größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten.
Auf diese Weise können nicht mehr indizierte Krankenhauseinweisungen vermieden werden. In sensiblen Kommunikationsräumen entstehen abgestimmte individuelle und selbstbestimmte Notfallplanungen hinsichtlich ethisch sensibler Entscheidungen sowie medizinscher, pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Wünsche, Willensbekundungen, Bedürfnissen sowie Behandlungsmaßnahmen.
Die Begleitung am Lebensende ist häufig multiprofessionell und sektorenübergreifend. Eine gemeinsame vorausschauende Planung ist vernetzt nach innen wie nach außen. Möglichst wenig Reibungsfläche an den Schnittstellen erhöht die Versorgungsqualität von schwerkranken Menschen und ihren Zugehörigen.

Inhaltliche Beschreibung:
- Koordinierung der gesundheitlichen Versorgungsplanung (§ 132g SGB V): einrichtungsintern und -extern
- Organisations- und Durchführungsverantwortung für den gesamten Beratungsprozess
- Systemische Beratungskompetenz in sensiblen und herausfordernden Gesprächen
- Palliativpflegerisches und medizinisches Fachwissen
- Ethisch-rechtliche Grundlagen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
- Strukturieren und Moderieren von (palliativen) Fallgesprächen
- Dokumentation von vorbereitender Krisen- und Notfallplanung
- Kooperation und Mitwirkung in einem regionalen palliativen Netzwerk
- Barrierefreie Kommunikation für Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Ziele der Fortbildung:
In dieser zertifizierten Weiterbildung werden Sie befähigt, für Ihre Einrichtung die gesundheitliche Versorgungsplanung zu koordinieren und die Organisations- und Durchführungsverantwortung zu übernehmen. Die gesundheitliche Versorgungsplanung lehnt sich an das internationale Konzept des "Advance Care Planning" (ACP) an. Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung soll es betroffenen Menschen, ihrem sozialen Netz sowie den gesetzlichen Betreuer*innen ermöglicht werden, Vorstellungen zu entwickeln über (palliativ-)medizinisch und pflegerische Interventionen und Grenzen und darüber hinaus ihre Fragen zu stellen und Bedürfnisse zu formulieren in Bezug auf existenzielle emotionale und psychosoziale Wünsche und Sorgen sowie zu möglicher spiritueller Begleitung. Die Autonomie und die Lebensqualität von Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu werden Grundlagen zur systemischen Beratungskompetenz, palliativ-medizinisches und pflegerisches Fachwissen, eine hospizliche Haltung und Netzwerkkompetenzen vermittelt.

Bitte beachten Sie:
Peergruppenarbeit (kollegialer Austausch außerhalb der Präsenztage), Konzeptentwicklung für die gesamte Organisation zum § 132g, Videoanalyse einer Beratungssituation und eine Abschlussarbeit sind Bestandteile dieser Weiterbildung.

Dauer:
60 Unterrichtseinheiten im ersten Teil Theorie und Praxis plus weitere 32 Unterrichtseinheiten in der Praxisphase mit abschließender Abschlusspräsentation und Zertifikatsübergabe.
Insgesamt umfasst die Weiterbildung 11 Tage.

Nach dem ersten Teil ist es möglich, einen ersten Zertifizierungsantrag bei den Landeskassen zu stellen. Die endgültige Zertifizierung sollte spätestens nach Ablauf eines Jahres nach dem ersten Antrag bei den Landeskassen eingereicht werden.

Termine:
Kurs 3: November 2019 - Juli 2020
Teil I - Theorie und Praxis: Teil II - Praxisphase:
18.11. - 22.11.2019 06.04. - 07.04.2020
29.01. - 30.01.2020 06.07. - 07.07.2020

Zielgruppe und Zugangsvoraussetzung:
Für Mediziner*innen, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte, Sozialarbeiter*innen, Heilerziehungspfleger*innen, Erzieher*innen und vergleichbare Ausbildungen. Voraussetzung ist eine mindestens dreijährige, einschlägige Berufserfahrung im Umfang von mindestens einer halben Stelle.

Zertifikat:
Die Teilnehmer*innen erhalten nach erfolgreichem Abschluss des zweiten Teils ein Zertifikat vom Lotte-Lemke-Bildungswerk, das den Landesverbänden der Krankenkassen bzw. den Verbänden der Ersatzkassen zur Antragsstellung einzureichen ist.


Kosten

1300,00 €


Zeitraum

Mo. 18.11.2019 - Di. 07.07.2020, 09:00 - 17:00 Uhr

Anmeldeschluss:
15.11.2019


Zielgruppe

Fachkräfte in der Altenhilfe ( Leitungskräfte / Praxisanleiter / Pflegefachkräfte / Sozialer Dienst)


Kursort

  • Lucy-Romberg-Haus Raum 01
    Wiesenstr. 55
    45770 Marl



Dozent*in

Datum Zeit Straße Ort
Mo. 18.11.2019 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Di. 19.11.2019 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Mi. 20.11.2019 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Do. 21.11.2019 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Fr. 22.11.2019 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Mi. 29.01.2020 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Do. 30.01.2020 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Mo. 06.04.2020 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Di. 07.04.2020 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
Mo. 06.07.2020 09:00 - 17:00 Uhr Wiesenstr. 55 Lucy-Romberg-Haus Raum 01
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